Der Beruf der Hebamme verbindet traditionelle Pflege mit modernen Innovationen und bietet laut Beatrix Cmolik eine sehr erfüllende und vielseitige Karriere. Cmolik leitet die Landesgeschäftsstelle Niederösterreich des Hebammengremiums und ist auch Vertragshebamme. In der Dezember Kolumne berichtet sie über den vielseitigen Beruf mit all seinen Herausforderungen, was aus Ihrer Sicht wichtig ist und wie die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und den Vertragspartner*innen abläuft.
Beruf Hebamme – Zwischen Tradition und Innovation
„Sie werden das Kind schon schaukeln.“ Wer denkt, dass Hebammen rein Geburtshelfer sind, der irrt. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Begleitung von Schwangeren, Gebärenden und jungen Familien. Der Beruf ist vielfältig und bietet durch neue innovative Methoden und zahlreichen Weiterbildungen neue Perspektiven.
Beatrix Cmolik: „Die Zusammenarbeit zwischen Ärzt*innen und Hebammen ist sowohl im Klinikalltag als auch in der freiberuflichen Hebammenarbeit eine wichtige Grundlage für die optimale Versorgung der Frauen rund um die Themenbereiche Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbettpflege, Säuglingspflege und Leben mit einem Baby.“
Cmolik leitet die Landesgeschäftsstelle Niederösterreich des Hebammengremiums und ist auch Vertragshebamme. Sie kennt die Herausforderungen des Berufsalltags aus eigener Erfahrung. Doch was umfasst dieses Berufsbild? Hebammen unterstützen werdende Mütter während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett.
Ihre Aufgaben umfassen:
- Schwangerschaftsberatung: Individuelle Betreuung und Aufklärung zu Schwangerschaft, Ernährung und Gesundheit.
- Geburtsbegleitung: Überwachung und Unterstützung während der Geburt, Unterstützung bei der Entscheidung für eine Hausgeburt oder Krankenhausgeburt.
- Nachbetreuung: Unterstützung im Wochenbett, Beratung zu Stillen, Pflege des Neugeborenen und Rückbildung.
Der Beruf der Hebamme erfordert ein hohes Maß an Fachwissen, Empathie und Verantwortungsbewusstsein. Sie sind dafür verantwortlich, die Gesundheit von Mutter und Kind zu fördern und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Zusammenarbeit von Ärzt*innen und Hebammen ist für eine optimale Versorgung eine wichtige Grundlage. Eine Synergie besteht über den Eltern-Kind-Pass in dem ein freiwilliges Beratungsgespräch zwischen 18. und 22. Schwangerschaftswoche mit einer Hebamme vorgesehen ist.
Damit ist die Hebamme in die weitere Betreuung in der Schwangerschaft eingebunden und wertvolle Ansprechperson über die ärztliche Betreuung hinaus. „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Frauen dieses freiwillige Angebot in Anspruch nehmen. Hier ist die ÖGK ein wichtiger Informations- und Vertragspartner“, betont Cmolik. Das Gespräch beinhaltet Themen, wie die Wahl des Geburtsortes, Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft und Beratung über gesundheitsförderndes Verhalten. Ab diesem Zeitpunkt ist die Hebamme kontinuierliche Begleiterin im Prozess von Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft.
„Wie in vielen Bereichen unseres Lebens tragen Informationen über diverse soziale Medien nicht immer zur optimalen Aufklärung, sondern eher oft zur Verunsicherung bei. Daher ist es unumgänglich die Hebamme als medizinische Fachperson in der Betreuung vermehrt einzubinden“, erhofft sich die Vertragshebamme.
Innovative Technologien und Methoden wie eine digitale Hebammenberatung oder Telemedizin eröffnen neue Wege. Viele Hebammen fördern mittlerweile auch umweltbewusste Praktiken wie die Verwendung von wieder verwendbaren Windeln und nachhaltigen Babypflegeprodukten.
Der Beruf der Hebamme bietet auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Spezialisierungen: In Bereichen wie Akupunktur, Aromatherapie, Stillberatung oder Geburtsvorbereitung.
- Multidisziplinäre Zusammenarbeit: Hebammen arbeiten immer mehr mit Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen und anderen Fachkräften zusammen, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten.
„Hebammen leisten weltweit einen wichtigen Beitrag zur Geburtshilfe und Gesundheitsversorgung“, fasst Cmolik zusammen.
Informationen zur Hebammensuche, zur Hebammenarbeit und viele Informationen für werdende Eltern finden Sie auf www.hebammen.at und auf www.gesundheitskasse.at.