Sascha Lehner liebt es, frisch und für viele Menschen zu kochen – eine Leidenschaft, die ihn im Hanusch-Krankenhaus täglich vor große Herausforderungen stellt. Mit seinem 32-köpfigen Team stellt er sicher, dass jedes Gericht nicht nur nahrhaft, sondern auch schmackhaft ist. Ob das Essen bei seinen Gästen gut ankommt, davon überzeugt sich Lehner am liebsten direkt vor Ort – mit einem Besuch am Krankenbett. Seit Mai 2023 führt er die Küche des Hanusch-Krankenhauses, nachdem er zuvor jahrelang Erfahrung in verschiedenen Spitalsküchen gesammelt hat.
Pionier des Monats
Herr Lehner, Sie sind Küchenchef im Hanusch-Krankenhaus. Was macht Ihre Arbeit dort so besonders?
Sascha Lehner: „Die größte Herausforderung und gleichzeitig das Besondere ist, dass wir hier täglich für so viele Menschen kochen – für rund 500 Mitarbeiter*innen, 400 Patient*innen und 60 Kinder und Betreuer*innen des Betriebskindergartens. Mein Team und ich legen großen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit, was bedeutet, dass wir eng mit unseren Lieferant*innen zusammenarbeiten und die Qualität der Produkte stets selbst überprüfen.“
Welche Philosophie verfolgen Sie bei der Zubereitung der Mahlzeiten?
„Für mich ist das Wichtigste, dass das Essen nicht nur gesund, sondern auch lecker und ansprechend ist. Wir setzen auf frische, regionale Produkte und achten darauf, wenig Abfall zu produzieren. Zum Beispiel verwenden wir übrig gebliebene Semmeln für Brösel oder kochen immer in kleinen Chargen, um Verschwendung zu vermeiden. Es geht mir darum, den Gästen zu zeigen, dass gutes Essen mit Liebe und Hingabe zubereitet wird.“
Was treibt Sie in Ihrer Arbeit an?
„Die Liebe zum Gast. Ich möchte, dass sich alle, die bei uns essen, wohlfühlen und wissen, dass ihr Essen mit Sorgfalt und Respekt zubereitet wurde. Der direkte Kontakt zu den Patient*innen, den Mitarbeiter*innen und auch den Kindern im Betriebskindergarten ist mir sehr wichtig, weil ich so ehrliches Feedback bekomme, das mir hilft, meine Arbeit immer weiter zu verbessern.“
Was bedeutet es für Sie, in der Küche zu arbeiten?
„Kochen ist für mich eine sinnstiftende Tätigkeit. Es ist eine Art, meine Begeisterung für gutes Essen und Regionalität weiterzugeben und anderen eine Freude zu bereiten. Besonders hier im Hanusch-Krankenhaus habe ich das Gefühl, meine Leidenschaft und mein Wissen in einer wirklich sinnvollen Weise einzusetzen.“
Wie kommen Ihre Gerichte bei Mitarbeiter*innen und Patient*innen an?
„Es freut mich sehr, dass die Zahl der Mitarbeiter*innen, die in die Kantine kommen, sich seit meiner Übernahme verdoppelt hat. Besonders an Tagen, an denen es Zwiebelrostbraten oder vegane Burger gibt, ist der Ansturm so groß, dass sie manchmal bis vor die Tür warten. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Was gibt es zu Weihnachten im Hanusch-Krankenhaus?
„An Feiertagen wie Weihnachten möchten wir den Patient*innen das Gefühl geben, dass sie trotz des Krankenhauses zu Hause sind. Deshalb haben wir in diesem Jahr frisches Kabeljaufilet auf dem Menü, das je nach Kostform entweder paniert, gebraten oder gedünstet angeboten wird. Dazu gibt es Erdäpfel-Vogerlsalat und als Nachspeise eine selbstgemachte Sacherschnitte mit Marmelade und Schlagobers. Auch beim Abendessen haben wir kleine Schmankerl im Angebot.“
Haben Sie Tipps für eine gesunde Ernährung?
„Gesunde Ernährung muss nicht langweilig oder eintönig sein. Es geht darum, eine ausgewogene Mischung zu finden. Wir setzen bei uns im Krankenhaus auf weniger Fleisch, dafür aber auf höchste Qualität. Gemüse ist dabei nicht nur gesund, sondern auch sättigend, deshalb gibt es bei uns fast immer einen frischen Salat dazu. Verzicht ist nicht der beste Weg, sondern eine bewusste und ausgewogene Auswahl von Nahrungsmitteln.“
Und was ist Ihr Geheimtipp für gesunde Kekse?
„Weniger ist mehr! Wir testen aktuell verschiedene Mehlvarianten wie Dinkel- und Vollkornmehl und reduzieren den Zuckergehalt sowohl im Teig als auch in der Marmelade. Unsere Bio-Marmelade hat zum Beispiel einen höheren Fruchtanteil, wodurch wir 10 Prozent Zucker einsparen und gleichzeitig einen besseren Geschmack erzielen.“